Business-DSL-Vergleich

Feste IP-Adresse: wann du sie brauchst und was IPv6 ändert

VPN, Fernwartung, Freigaben beim Partner: Sobald jemand von außen deinen Anschluss finden muss, zählt die Adresse. Hier steht, wann eine feste IPv4 nötig ist und wann es ohne geht.

Stand:

Wofür Firmen eine feste IP brauchen

Solange alle Verbindungen von innen nach außen gehen, ist die eigene Adresse egal. Du rufst Webseiten auf, verschickst Mails über deinen Hoster, arbeitest in Cloud-Programmen. Der Anschluss braucht dafür keine feste Adresse. Anders wird es, sobald jemand oder etwas von außen gezielt deinen Anschluss erreichen soll.

  • VPN-Einwahl: Mitarbeitende im Homeoffice oder im Außendienst verbinden sich mit dem Firmennetz. Das VPN-Programm braucht eine Adresse, die morgen noch dieselbe ist.
  • Fernwartung: Der IT-Dienstleister, der Hersteller der Praxissoftware oder der Maschinenbauer will auf ein Gerät im Betrieb zugreifen.
  • Freigaben bei Partnern: Manche Banken, Labore, Großhändler oder Software-Anbieter lassen Zugriffe auf ihre Schnittstellen nur von vorher gemeldeten Adressen zu. Wechselt deine Adresse, bist du ausgesperrt.
  • Eigene Server: Ein Dateiserver, eine Kamera-Aufzeichnung oder eine Warenwirtschaft, die von außen erreichbar sein soll.
  • Eigener Mailserver: Empfangende Server prüfen, ob eine Absenderadresse aus einem Bereich für dynamische Anschlüsse stammt, und lehnen solche Mails oft ab. Dazu gehört ein passender Rückwärtseintrag im DNS (PTR), den nur der Anbieter für eine feste Adresse setzen kann.
  • Standortvernetzung: Zwei Filialen oder Praxis und Zweigpraxis, fest per VPN verbunden.

Wer nichts davon betreibt, braucht keine feste IP. Das trifft auf viele kleine Büros zu, die komplett mit Cloud-Diensten arbeiten.

Fest, dynamisch, geteilt: was an deinem Anschluss anliegt

Ohne feste IP heißt nicht automatisch unerreichbar. Es gibt drei Fälle, und sie unterscheiden sich stark.

Art der IPv4Was passiertVon außen erreichbar?
Öffentlich und festDie Adresse gehört deinem Anschluss und bleibt gleich.Ja, dauerhaft unter derselben Adresse
Öffentlich und dynamischDie Adresse gehört dir, wechselt aber bei Neueinwahl oder in Abständen.Ja, mit DynDNS über einen Namen
Geteilt (CGNAT, DS-Lite)Viele Kunden teilen sich eine IPv4 beim Anbieter. Dein Router hat nur eine interne Adresse.Über IPv4 nein, höchstens über IPv6

Der dritte Fall ist der tückische. Er kommt bei Kabelanschlüssen und bei manchen Glasfaseranbietern im Privatkundengeschäft vor. Das Internet funktioniert normal, nur eingehende Verbindungen über IPv4 kommen nie an. Eine VPN-Einwahl über IPv4 scheitert dann, egal wie sauber der Router eingerichtet ist.

So prüfst du, ob du eine öffentliche IPv4 hast

  1. Router-Übersicht öffnen. Such im Menü nach der Internet- oder WAN-Adresse für IPv4. Steht dort „DS-Lite“ oder „IPv4 über IPv6-Tunnel“, hast du keine eigene öffentliche IPv4.
  2. Adresse einordnen. Beginnt die WAN-Adresse mit 10., 192.168. oder 172.16. bis 172.31., ist sie privat. Liegt sie zwischen 100.64.0.0 und 100.127.255.255, ist es der Adressbereich für CGNAT beim Anbieter.
  3. Gegenprobe machen. Ruf eine Webseite auf, die dir deine öffentliche Adresse anzeigt. Stimmt sie mit der Adresse im Router überein, ist sie öffentlich. Weicht sie ab, sitzt ein NAT des Anbieters dazwischen.
  4. Festigkeit klären. Ob die Adresse fest ist, siehst du nicht zuverlässig durch Neustarts. Maßgeblich ist der Vertrag: Steht dort keine statische IP, geh von einer dynamischen aus.

Einzelne Adresse oder ganzes IP-Netz

Die meisten kleinen Betriebe kommen mit einer einzelnen festen IPv4 aus. Der Router leitet die eingehenden Verbindungen an das passende Gerät weiter, und ein Reverse-Proxy kann mehrere Webdienste hinter einer Adresse verteilen. Ein ganzes Netz brauchst du erst, wenn mehrere Systeme jeweils eine eigene öffentliche Adresse benötigen, etwa eine Firewall, ein Mailserver und ein Telefonie-System, die sich nicht dieselben Ports teilen können.

GrößeAdressenDavon für Geräte nutzbar
Einzel-IP (/32)11
/3041 (neben dem Gateway)
/2985
/281613

Von jedem Netz gehen die Netzadresse, die Broadcast-Adresse und eine Adresse für das Gateway des Anbieters ab. Bei manchen Anbietern belegt der mitgelieferte Router eine weitere. Frag nach, wie viele Adressen dir tatsächlich bleiben und ob das Netz an deine eigene Firewall geroutet wird.

IPv6: viele Adressen, eigene Fallen

Mit IPv6 bekommt jeder Anschluss ein ganzes Präfix, meist ein /56 oder /48. Das reicht für Tausende Teilnetze, und jedes Gerät hat eine öffentliche Adresse. Bei Geschäftskundentarifen ist das Präfix in der Regel statisch. Bei vielen Privattarifen wechselt es, ähnlich wie die dynamische IPv4.

Trotzdem ersetzt IPv6 die feste IPv4 heute noch nicht. Der Grund liegt auf der Gegenseite: Das Hotel-WLAN, der Mobilfunkvertrag eines Mitarbeiters oder das Netz des Partners spricht oft nur IPv4. Von dort kommt niemand an eine Adresse, die nur über IPv6 erreichbar ist.

Alternativen zur festen IP

Nicht jedes Problem verlangt eine feste Adresse. Je nach Anwendung gibt es andere Wege.

  • DynDNS: Der Router meldet jede neue Adresse an einen Namensdienst. Das funktioniert nur mit einer öffentlichen dynamischen IPv4, nicht hinter CGNAT. Nach jedem Wechsel gibt es eine kurze Lücke, und Partner, die Adressen freischalten, können damit nichts anfangen.
  • VPN-Dienste und Overlay-Netze: Alle Geräte bauen ihre Verbindung von innen zu einem Vermittlungsdienst auf. Das klappt auch hinter CGNAT und DS-Lite. Du gibst dafür einem weiteren Anbieter Einblick in die Verbindungsdaten, das gehört in die Datenschutzprüfung.
  • Fernwartung über ausgehende Verbindungen: Viele Fernwartungsprogramme verbinden sich von innen zu einem Server des Herstellers. Eingehende Verbindungen braucht es dafür nicht.
  • Cloud und Hosting: Mailserver, Website und gemeinsame Dateien laufen beim Hoster ohnehin stabiler als im Keller. Mehr dazu unter Webhosting für Unternehmen.
  • Kleiner Server mit fester IP als Brücke: Ein gemieteter virtueller Server mit eigener Adresse nimmt die Verbindungen an und leitet sie per Tunnel ins Büro. Das braucht etwas Pflege und Know-how.

Worauf du beim Bestellen achtest

  • Öffentliche IPv4 im Dual-Stack, ausdrücklich nicht DS-Lite.
  • Einzel-IP oder Netz, und wie viele Adressen davon nutzbar sind.
  • Statisches IPv6-Präfix und dessen Größe.
  • Rückwärtseintrag (PTR) im DNS: setzt ihn der Anbieter auf Wunsch, oder kannst du ihn im Kundenportal selbst pflegen?
  • Eigener Router: Darf eine eigene Firewall direkt dahinter oder statt des Anbieter-Routers laufen?
  • Was passiert mit der Adresse bei Umzug oder Tarifwechsel? Die Adressen gehören dem Anbieter, beim Wechsel des Anbieters gehen sie verloren.
  • Bleibt die Adresse beim Mobilfunk-Backup erhalten? Dazu mehr unter Ausfallsicherheit.

Feste Adressen gibt es fast nur in Geschäftskundentarifen. Bei Glasfaser ist das meist eine Option, die du direkt mitbestellst. Welche Anschlussarten dafür infrage kommen, steht unter Glasfaser für Unternehmen und symmetrische Anschlüsse. Wer noch auf Kupfer sitzt, findet bei VDSL für Firmen, was sich beim Umstieg ändert.

Tarife mit fester IP im Preis

  • M-net Glasfaser

    Premium IP 50

    50 MBit/s Download, 10 MBit/s Upload

    24,90 € netto im Monat

    Monat 1 bis 12: 24,90 €, ab Monat 13: 34,90 €

    Im Mittel über 24 Monate
    29,90 €
    Einrichtung
    keine
    Mindestlaufzeit
    24 Monate
    Feste IP
    inklusive
    Router
    inklusive

    Bestellbar direkt bei M-net

  • M-net Glasfaser

    Premium IP 100

    100 MBit/s Download, 40 MBit/s Upload

    29,90 € netto im Monat

    Monat 1 bis 12: 29,90 €, ab Monat 13: 39,90 €

    Im Mittel über 24 Monate
    34,90 €
    Einrichtung
    keine
    Mindestlaufzeit
    24 Monate
    Feste IP
    inklusive
    Router
    inklusive

    Bestellbar direkt bei M-net

  • Vodafone Kabel Kabel

    Red Business Internet & Phone 600 Cable

    600 MBit/s Download, 75 MBit/s Upload

    24,90 € netto im Monat

    Monat 1 bis 6: 24,90 €, ab Monat 7: 49,90 €

    Im Mittel über 24 Monate
    44,48 €
    Einrichtung
    19,90 €
    Mindestlaufzeit
    24 Monate
    Feste IP
    inklusive
    Router
    inklusive
    Zum Angebot
  • M-net Glasfaser

    Premium IP 300

    300 MBit/s Download, 100 MBit/s Upload

    9,90 € netto im Monat

    Monat 1 bis 6: 9,90 €, Monat 7 bis 12: 49,90 €, ab Monat 13: 59,90 €

    Im Mittel über 24 Monate
    44,90 €
    Einrichtung
    keine
    Mindestlaufzeit
    24 Monate
    Feste IP
    inklusive
    Router
    inklusive

    Bestellbar direkt bei M-net

  • Vodafone Kabel Kabel

    Red Business Internet & Phone 1000 Cable

    1 Gbit/s Download, 75 MBit/s Upload

    24,90 € netto im Monat

    Monat 1 bis 9: 24,90 €, ab Monat 10: 59,90 €

    Im Mittel über 24 Monate
    47,60 €
    Einrichtung
    19,90 €
    Mindestlaufzeit
    24 Monate
    Feste IP
    inklusive
    Router
    inklusive
    Zum Angebot
  • M-net Glasfaser

    Premium IP 600

    600 MBit/s Download, 200 MBit/s Upload

    9,90 € netto im Monat

    Monat 1 bis 6: 9,90 €, Monat 7 bis 12: 69,90 €, ab Monat 13: 79,90 €

    Im Mittel über 24 Monate
    59,90 €
    Einrichtung
    keine
    Mindestlaufzeit
    24 Monate
    Feste IP
    inklusive
    Router
    inklusive

    Bestellbar direkt bei M-net

Preise netto, zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer. Angaben der Anbieter, zuletzt geprüft am 09. August 2026. Ob ein Tarif an deiner Adresse geht, zeigt erst die Verfügbarkeitsprüfung des Anbieters. „Zum Angebot“ führt über einen Partnerlink: Bestellst du darüber, erhält diese Seite eine Provision, dein Preis bleibt derselbe.

Häufige Fragen

Bekomme ich eine feste IP auch im Privattarif?

Selten. Die meisten Anbieter vergeben feste IPv4-Adressen nur an Geschäftskunden. Einige Privattarife haben immerhin eine öffentliche dynamische IPv4, mit der DynDNS funktioniert.

Kann ich meine feste IP zum neuen Anbieter mitnehmen?

Nein. Die Adressen gehören zum Netz des Anbieters. Nach einem Wechsel bekommst du neue Adressen und musst alle Freigaben bei Partnern, DNS-Einträge und VPN-Profile anpassen. Plane dafür eine Übergangszeit mit beiden Anschlüssen ein.

Reicht ein festes IPv6-Präfix ohne IPv4?

Für eigene Geräte, die IPv6 sprechen, ja. Sobald aber ein Partner, ein Hotel-WLAN oder ein Mobilfunknetz nur IPv4 kann, kommt von dort keine Verbindung an. Für die meisten Betriebe ist IPv4 deshalb weiter Pflicht.

Gibt es feste IPs auch über Mobilfunk?

Mobilfunkanschlüsse laufen meist hinter CGNAT. Feste öffentliche Adressen gibt es dort nur mit speziellen Geschäftskunden-Optionen. Manche Anbieter schalten im Backup-Fall die festen Adressen des Festnetzanschlusses per Tunnel auf die Mobilfunkverbindung um.