Warum Anschlüsse ausfallen
Glasfaser ist robuster als Kupfer. Feuchtigkeit, Korrosion und alternde Verteiler, die DSL-Leitungen zu schaffen machen, spielen kaum eine Rolle. Gegen die häufigsten Ursachen für lange Ausfälle hilft aber auch die beste Faser nicht.
- Tiefbau: Ein Bagger durchtrennt das Kabel in der Straße. Die Reparatur dauert oft länger als eine normale Entstörung, weil erst gegraben und gespleißt werden muss.
- Stromausfall: Ohne Strom laufen weder Glasfasermodem (ONT) noch Router. Anders als beim alten Analoganschluss kommt über die Leitung keine Energie.
- Störung beim Anbieter: Ein ausgefallener Netzknoten, ein Konfigurationsfehler, eine Wartung, die schiefgeht. Das trifft dann gleich viele Kunden.
- Defekte Technik vor Ort: Router, ONT oder Netzteil geben auf. Mit einem Ersatzgerät im Schrank ist das in Minuten behoben, ohne dauert es Tage.
Wie schnell der Anbieter repariert, regelt der Vertrag. Was die Zusagen taugen, erklärt Entstörzeiten und SLA. Selbst die beste Zusage verhindert den Ausfall aber nicht, sie verkürzt ihn nur.
Die Backup-Optionen im Vergleich
| Option | Schützt gegen | Schützt nicht gegen | Passt für |
|---|---|---|---|
| Smartphone-Hotspot | Leitungsausfall für ein, zwei Geräte | Telefonanlage, feste IP, mehrere Arbeitsplätze | Solo-Selbstständige |
| LTE- oder 5G-Backup am Router | Tiefbau, Störung beim Festnetzanbieter | Stromausfall ohne USV, schwachen Empfang im Gebäude | Kleine Büros, Praxen, Handwerk |
| Zweiter Festnetzanschluss | Störung beim Anbieter, Defekt einer Leitung | Bagger, wenn beide Leitungen im selben Graben liegen | Betriebe mit vielen Arbeitsplätzen oder Servern |
| USV für ONT und Router | Kurze Stromausfälle, Spannungsspitzen | Leitungsausfall | Jeden Betrieb |
Zweiter Festnetzanschluss
Ein zweiter Anschluss hilft nur, wenn er unabhängig vom ersten ist. Beim selben Anbieter teilen sich beide meist Netz und Technik. Besser ist ein anderer Anbieter, am besten mit anderer Technik, etwa Glasfaser und Kabel. Frag nach, ob die Leitungen über verschiedene Wege ins Haus kommen. Liegen beide im selben Graben vor der Tür, trifft der Bagger beide auf einmal. Solange ein Kupferanschluss noch läuft, kann er beim Umstieg auf Glasfaser als Zweitleitung dienen. Mehr dazu unter VDSL für Firmen.
Kabel als zweite Leitung
Vodafone Kabel Kabel
Red Business Internet 150 Cable
150 MBit/s Download, 75 MBit/s Upload
24,90 € netto im Monat
Monat 1 bis 6: 24,90 €, ab Monat 7: 34,90 €
- Im Mittel über 24 Monate
- 33,23 €
- Einrichtung
- 19,90 €
- Mindestlaufzeit
- 24 Monate
- Feste IP
- keine Angabe
- Router
- inklusive
Vodafone Kabel Kabel
Red Business Internet 300 Cable
300 MBit/s Download, 75 MBit/s Upload
24,90 € netto im Monat
Monat 1 bis 6: 24,90 €, ab Monat 7: 39,90 €
- Im Mittel über 24 Monate
- 36,98 €
- Einrichtung
- 19,90 €
- Mindestlaufzeit
- 24 Monate
- Feste IP
- keine Angabe
- Router
- inklusive
Preise netto, zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer. Angaben der Anbieter, zuletzt geprüft am 09. August 2026. Ob ein Tarif an deiner Adresse geht, zeigt erst die Verfügbarkeitsprüfung des Anbieters. „Zum Angebot“ führt über einen Partnerlink: Bestellst du darüber, erhält diese Seite eine Provision, dein Preis bleibt derselbe.
LTE- oder 5G-Backup
Mobilfunk hat einen klaren Vorteil: Er braucht keine Leitung in der Straße. Ein Router mit Mobilfunkmodem oder ein zusätzliches Mobilfunkgerät übernimmt, wenn die Festnetzleitung ausfällt. Prüf vorher den Empfang im Gebäude, gerade im Keller oder hinter Stahlbeton. Eine Außenantenne hilft oft. Achte auf das Datenvolumen der SIM-Karte: Ein Tag Büroarbeit mit Videokonferenzen verbraucht mehr, als viele Backup-Tarife enthalten. Wie gut LTE und 5G in den 20 größten Städten ausgebaut sind, steht unter Business-Internet.
Dual-WAN und Failover
Damit das Umschalten ohne dich passiert, braucht es einen Router mit zwei Internetzugängen. Er prüft laufend, ob die Hauptleitung antwortet, und schaltet bei einem Ausfall auf die zweite um. Fachleute nennen das Failover.
- Failover: Der zweite Zugang wartet und springt nur im Notfall ein. Einfach einzurichten und sparsam beim Mobilfunkvolumen.
- Lastverteilung: Beide Zugänge arbeiten gleichzeitig. Das lohnt sich bei zwei Festnetzanschlüssen, nicht bei einem Mobilfunk-Backup mit begrenztem Volumen.
Viele Router für kleine Büros können einen Mobilfunkstick oder ein Mobilfunkmodem als Rückfallebene nutzen. Für zwei Festnetzanschlüsse brauchst du ein Gerät mit zwei WAN-Anschlüssen. Rechne damit, dass laufende Videokonferenzen und VPN-Verbindungen beim Umschalten kurz abbrechen. Die Telefonie meldet sich neu an.
Strom: die vergessene Hälfte
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) hält ONT, Router und Switch bei kurzen Stromausfällen am Laufen. Für diese Geräte reicht ein kleines Modell. Je nach Last überbrückt es eine halbe Stunde oder deutlich länger. Hängen Telefone per PoE am Switch, gehört der Switch dazu.
Bei längeren Stromausfällen in der ganzen Gegend hilft auch die USV nicht ewig. Die Mobilfunkmasten haben ebenfalls nur begrenzte Notstromreserven. Hier geht es weniger um Weiterarbeiten als darum, dass Router und Daten einen Stromausfall heil überstehen.
Telefonie bei Ausfall
Seit der Umstellung auf IP-Telefonie hängt das Telefon am Internetanschluss. Fällt die Leitung aus, ist die Firmennummer tot. Anrufer hören je nach Anbieter ein Besetztzeichen oder eine Ansage.
- Umleitung vorbereiten. Viele Anbieter bieten im Kundenportal eine Umleitung bei Nichterreichbarkeit an. Die Umleitung greift, wenn sich die Telefonanlage nicht mehr meldet. Richte sie ein, solange alles läuft.
- Ziel festlegen. Leite auf ein Diensthandy oder eine zweite Nummer um, die nicht am selben Anschluss hängt.
- Zugangsdaten offline ablegen. Das Kundenportal erreichst du im Ernstfall nur über das Smartphone. Login und Kundennummer gehören auf Papier.
Eine Telefonanlage in der Cloud macht es einfacher. Die Nummern liegen beim Anbieter, und eine App auf dem Smartphone klingelt weiter, wenn das Büro offline ist. Mehr dazu unter Telefonie für Firmen.
Feste IP und Backup
Über die Backup-Leitung bekommst du eine andere IP-Adresse. Bei Mobilfunk ist es meist nicht einmal eine öffentliche, sondern eine geteilte hinter dem NAT des Anbieters. Alles, was an deiner festen IP hängt, funktioniert dann nicht mehr: die VPN-Einwahl von außen, die Fernwartung, Freigaben bei Partnern.
- Backup mit IP-Erhalt: Manche Anbieter von Geschäftskundenanschlüssen leiten im Backup-Fall die festen Adressen per Tunnel über die Mobilfunkverbindung weiter. Frag gezielt danach und lass dir die Umschaltzeit nennen.
- Zweite feste IP melden: Hat auch der Zweitanschluss eine feste Adresse, lass beide bei deinen Partnern freischalten.
- Namen statt Adressen: VPN-Profile, die auf einen DNS-Namen mit kurzer Gültigkeit zeigen, lassen sich im Notfall schnell umbiegen.
Planung in sieben Schritten
- Abhängigkeiten aufschreiben. Was steht still ohne Internet? Telefon, Kasse, Praxissoftware, Cloud-Dateien, Kartenzahlung.
- Erträgliche Ausfallzeit festlegen. Eine Stunde, ein halber Tag, zwei Tage? Die Antwort bestimmt den Aufwand. Eine Beispielrechnung steht unter Geschäftskunden- oder Privattarif.
- Backup wählen. Mobilfunk, Zweitanschluss oder beides, passend zur Ausfallzeit und zum Empfang vor Ort.
- Strom absichern. USV für ONT, Router und Switch.
- Telefonie umleiten. Umleitung bei Nichterreichbarkeit einrichten und Ziel festlegen.
- Testen. Zieh das Kabel der Hauptleitung und schau, was passiert. Wiederhole den Test, wenn sich an Router oder Tarif etwas ändert.
- Notfallblatt anlegen. Störungsnummern, Kundennummern, Zugangsdaten und Zuständigkeiten auf Papier, an einem Ort, den alle kennen.
Wer neu bestellt, sollte die Ausfallsicherheit gleich mitplanen. Welche Glasfaseranschlüsse für Firmen infrage kommen, steht unter Glasfaser für Unternehmen.
Häufige Fragen
Reicht ein zweiter Anschluss beim selben Anbieter?
Gegen einen Defekt an einer der beiden Leitungen ja. Gegen eine Störung im Netz des Anbieters oder einen Bagger vor der Tür meist nicht. Ein anderer Anbieter mit anderer Technik ist die sicherere Wahl.
Wie viel Datenvolumen braucht ein Mobilfunk-Backup?
Das hängt von der Arbeit ab. Mails und Cloud-Dokumente brauchen wenig, Videokonferenzen und große Dateien viel. Schau in die Router-Statistik, wie viel dein Betrieb an einem normalen Tag verbraucht, und plane für mindestens einen vollen Tag.
Funktioniert das Telefon bei Stromausfall?
Nur, wenn ONT, Router und Telefonanlage an einer USV hängen. Ohne Strom ist ein Glasfaseranschluss stumm. Ein Mobiltelefon bleibt für Notrufe die Rückfallebene.
Bleibt meine feste IP beim Backup erhalten?
Nur, wenn der Anbieter das ausdrücklich anbietet, meist über einen Tunnel. Sonst bekommst du über Mobilfunk eine andere, oft geteilte Adresse. VPN und Partnerfreigaben funktionieren dann nicht.