ADSL heute
ADSL kommt aus der Vermittlungsstelle. Die Technik sitzt dort, wo früher die Telefonzentrale stand, und die Kupferleitung zu dir ist oft mehrere Kilometer lang. Deshalb ist ADSL langsam: In der schnellsten Ausbaustufe ADSL2+ sind es bis zu 16 MBit/s im Download und je nach Anschluss 1 bis 2,4 MBit/s im Upload, auf langen Leitungen deutlich weniger.
Mit dem Ausbau von VDSL und Vectoring sind die meisten Anschlüsse in Deutschland auf schnellere Technik umgezogen. Die Netzbetreiber haben dafür die Technik vom Hauptverteiler in die Kabelverzweiger an der Straße verlegt. Wo das geschehen ist, wurden ADSL-Kunden in der Regel auf VDSL umgestellt oder haben ein Angebot dafür bekommen.
ADSL gibt es trotzdem noch. Vor allem an Adressen, an denen sich der VDSL-Ausbau nicht gelohnt hat: Einzellagen, Gewerbegebiete am Ortsrand, Höfe und Betriebe weit draußen. Genau dort sitzen viele Handwerksbetriebe, Landwirte und kleine Produktionsbetriebe. Für sie ist die Leitung oft schon heute der Engpass: Ein Angebot mit Fotos per Mail verschicken, ein Software-Update laden, nebenbei telefonieren, und alles wird zäh. Ein eigenes Abschaltdatum für ADSL gibt es nicht. Es endet mit dem Kupfernetz, an dem es hängt.
- ADSL2+, Download
- bis 16 MBit/s
- ADSL2+, Upload
- 1 bis 2,4 MBit/s
- VDSL mit Supervectoring, Upload
- bis 40 MBit/s
- Vorlauf vor einer Kupferabschaltung (Konzept)
- mind. 36 Monate
Was mit alten Firmenanschlüssen passiert
Ein Teil des Umbruchs ist schon vorbei. Die Telekom hat ISDN und analoge Telefonanschlüsse bis 2020 auf IP-Telefonie umgestellt, Geschäftskunden als letzte. Wer damals eine ISDN-Telefonanlage am DSL-Anschluss hatte, hat diesen Wechsel hinter sich, oft mit einem Adapter, der die alte Anlage weiter betreibt.
Der nächste Umbruch ist die Abschaltung des Kupfernetzes selbst. Die Bundesnetzagentur hat im Januar 2026 ein Konzept vorgelegt, nach dem Kupfer in einem Gebiet erst abgeschaltet werden soll, wenn dort mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen Glasfaser bis ins Gebäude haben. Zwischen Ankündigung und Abschaltung sollen mindestens 36 Monate liegen. Das Bundeskabinett hat im Juni 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Regeln dafür weiterentwickeln soll. Beschlossen ist das Verfahren damit noch nicht, und die Telekom nennt bislang keinen Abschalttermin.
Für einen Betrieb mit ADSL heißt das zweierlei. Ein Anschluss, an dem heute nur ADSL geht, liegt oft in einem Gebiet, in dem noch keine Glasfaser in Sicht ist. Dort läuft ADSL vermutlich noch eine Weile. Kommt aber ein Glasfaserausbau in die Gegend, ist das die Gelegenheit, den Sprung über VDSL hinweg direkt zu machen.
Was Business-DSL heute bietet
Die Leitung eines Business-DSL-Anschlusses ist dieselbe wie bei einem Privatanschluss. Der Unterschied liegt im Vertrag, und der kann für eine Firma mehr wert sein als ein paar MBit/s.
- Entstörung. Geschäftskundentarife haben in der Regel kürzere Entstörzeiten, oft in Stufen zubuchbar, teils auch am Wochenende. Wie man solche Zusagen liest, steht unter Entstörzeiten und SLA.
- Feste IP-Adresse. Für VPN, Fernwartung, Kameras oder einen Server im Haus. Bei vielen Business-Tarifen ist mindestens eine feste IPv4-Adresse enthalten oder günstig zubuchbar, siehe Feste IP-Adresse.
- Hotline. Eine eigene Geschäftskunden-Hotline, manchmal mit festem Ansprechpartner.
- Telefonie. Mehrere Sprachkanäle, Rufnummernblock für die Durchwahl, SIP-Trunk für die Telefonanlage. Mehr unter Telefonie für Firmen.
- Vertrag auf die Firma. Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer, Ansprechpartner im Unternehmen, teils Verträge für mehrere Standorte.
An einer ADSL-Leitung hilft das alles nur begrenzt. Ein schneller Techniker macht die Leitung nicht schneller. Aber wenn ein Betrieb ohne Internet stillsteht, ist die kürzere Entstörzeit oft der eigentliche Grund für den Business-Tarif. Was sich lohnt, steht unter Geschäftskunden- oder Privattarif?.
Der Weg zu VDSL oder Glasfaser
Welcher Schritt der richtige ist, hängt davon ab, was an deiner Adresse geht.
- Verfügbarkeit prüfen. Gib deine Adresse bei mehreren Anbietern ein. Oft ist an Adressen, an denen der alte Vertrag noch ADSL nennt, längst VDSL verfügbar, nur hat niemand umgestellt.
- Glasfaser zuerst. Ist Glasfaser bestellbar oder in Planung, geh direkt dorthin. Ein Zwischenschritt über VDSL lohnt nur, wenn die Glasfaser noch Jahre entfernt ist. Wer in deiner Region baut, steht unter Glasfaser für Unternehmen.
- Sonst VDSL. Ist VDSL verfügbar, aber keine Glasfaser, ist der Wechsel ein deutlicher Sprung, vor allem im Upload. Was VDSL leistet und wo es endet, steht unter VDSL für Firmen.
- Mobilfunk als Ergänzung. Wo weder VDSL noch Glasfaser in Reichweite sind, kann ein Mobilfunkrouter mit LTE oder 5G mehr Bandbreite bringen als ADSL. Als Zweitweg ist er ohnehin sinnvoll, siehe Ausfallsicherheit mit zweiter Leitung.
- Gemeinde fragen. In vielen unterversorgten Gebieten laufen geförderte Ausbauprojekte. Der Breitbandkoordinator deines Kreises weiß, ob dein Standort dazugehört.
Beim Wechsel gilt die übliche Regel: Den alten Anschluss erst kündigen, wenn der neue läuft. Rufnummern rechtzeitig portieren lassen, Router und Telefonanlage vorher prüfen.
Häufige Fragen
Wird ADSL abgeschaltet?
ADSL ist an den meisten Adressen schon durch VDSL ersetzt. Wo es noch läuft, endet es mit dem Kupfernetz. Ein festes Datum gibt es nicht, nach dem Konzept der Bundesnetzagentur soll vor jeder Abschaltung ein Vorlauf von mindestens drei Jahren liegen.
Woran erkenne ich, ob mein Anschluss noch ADSL ist?
Ein Blick in den Vertrag oder die Routeroberfläche hilft. Liegt die gebuchte Bandbreite bei 16 MBit/s oder darunter und der Upload bei 1 bis 2,4 MBit/s, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit ADSL.
Lohnt sich ein Business-Tarif auf einer ADSL-Leitung?
Wenn dein Betrieb ohne Internet stillsteht, ja, wegen der schnelleren Entstörung. Schneller wird die Leitung dadurch nicht. Prüf parallel, ob VDSL oder Glasfaser verfügbar ist.
Was mache ich, wenn weder VDSL noch Glasfaser verfügbar sind?
Ein Mobilfunkrouter mit LTE oder 5G kann eine Ergänzung oder vorübergehend sogar der Hauptanschluss sein. Frag zusätzlich bei der Gemeinde nach geplanten Ausbauprojekten.