Business-DSL-Vergleich

Webhosting für Unternehmen: Website, Domain und E-Mail

Die Website liegt beim Hoster, nicht im Büro. Welche Hosting-Art zu deinem Betrieb passt und worauf du bei Domain, E-Mail, Datenschutz und Backups achten solltest.

Stand:

Hosting und Internetanschluss sind zwei Paar Schuhe

Dein Internetanschluss bringt das Büro ins Netz. Deine Website liegt woanders: auf einem Server in einem Rechenzentrum, den ein Hoster betreibt. Beides hat technisch nichts miteinander zu tun. Ein langsamer Anschluss im Büro macht die Website nicht langsamer, und ein Wechsel des Internetanbieters lässt Website und E-Mail-Adressen unberührt.

Manche Internetanbieter verkaufen Hosting mit, das ist bequem, aber keine Pflicht. Achte nur darauf, dass Domain und Hosting nicht an einem Anschlussvertrag hängen, den du irgendwann kündigen willst.

Warum die Website nicht auf einem Server im Büro läuft

Früher stand der Webserver manchmal im Keller. Heute spricht fast alles dagegen.

  • Fällt im Büro Strom oder Leitung aus, ist auch die Website weg, oft genau dann, wenn Kunden nach einer Telefonnummer suchen.
  • Der Upload eines Büroanschlusses ist begrenzt, bei DSL sehr stark. Jeder Besucher teilt sich ihn mit deinem Team.
  • Ein Server, der aus dem Internet erreichbar ist, öffnet ein Tor ins Firmennetz. Updates, Firewall und Überwachung musst du selbst stemmen.
  • Du brauchst eine feste IP-Adresse und Hardware, die rund um die Uhr läuft.

Ein Rechenzentrum hat doppelte Stromversorgung, mehrere Netzanbindungen und Personal, das nachts reagiert. Eine Website für ein paar Euro im Monat bekommt diese Infrastruktur mit. Eine feste IP im Büro brauchst du eher für VPN und Fernwartung als für die Website.

Die vier Arten von Hosting

ArtWas du bekommstPasst fürDein Aufwand
Website-BaukastenEditor im Browser, Vorlagen, Hosting und Domain im PaketVisitenkarten-Websites, Handwerk, Einzelpraxisgering, aber du bist an den Anbieter gebunden
Shared HostingSpeicherplatz auf einem Server, den sich viele Kunden teilen, mit PHP, Datenbank und E-MailWordPress-Seiten, kleine Shops, die meisten Firmenwebsitesmittel, Updates der Website machst du oder deine Agentur
Managed HostingHosting, bei dem der Anbieter auch die Software pflegt, oft auf WordPress oder Shops spezialisiertWebsites, die Umsatz bringen oder viele Besucher habengering, dafür teurer
VPS oder eigener ServerVirtueller oder physischer Server mit vollem ZugriffEigene Anwendungen, mehrere Projekte, Entwickler im Haushoch, Betriebssystem und Sicherheit liegen bei dir

Für die typische Firmenwebsite reicht Shared Hosting. Ein VPS lohnt nur, wenn jemand im Betrieb oder bei deinem Dienstleister ihn wirklich pflegt. Ein ungepflegter Server ist schlechter als jedes Shared-Hosting-Paket.

Beim Baukasten prüf vor dem Start, ob du deine Inhalte später exportieren kannst. Bei vielen geht das nur eingeschränkt, ein Umzug heißt dann Neubau.

Eigene Domain und E-Mail

Eine Adresse wie info@deine-firma.de wirkt seriöser als eine Freemail-Adresse und bleibt dir, wenn du den Hoster wechselst. Lass die Domain auf die Firma oder dich als Inhaber registrieren, nicht auf die Agentur. Das steht in den Domaindaten und entscheidet im Streitfall, wem sie gehört.

Ob E-Mail beim Hoster liegt oder bei einem eigenen Dienst wie einer Office-Suite, ist eine Frage des Arbeitens. Postfächer beim Hoster sind meist im Paket enthalten. Wer Kalender, Kontakte und Dateien im Team teilt, landet oft bei einem eigenen Dienst und lässt die Domain trotzdem beim Hoster.

SPF, DKIM und DMARC

Große Mail-Anbieter wie Gmail oder Yahoo prüfen eingehende Post streng. Fehlen drei Einträge in den DNS-Einstellungen deiner Domain, landen deine Rechnungen im Spam.

  • SPF sagt, welche Server im Namen deiner Domain Mails versenden dürfen. Vergiss nicht Newsletter-Dienst, Buchhaltungssoftware oder Shop, wenn die auch mailen.
  • DKIM versieht jede Mail mit einer digitalen Unterschrift, die der Empfänger prüfen kann.
  • DMARC legt fest, was mit Mails passiert, die SPF und DKIM nicht bestehen, und schickt dir Berichte darüber.

Die meisten Hoster setzen SPF und DKIM für ihre eigenen Postfächer automatisch. DMARC musst du oft selbst eintragen. Fang mit der Einstellung „nur beobachten“ an und verschärfe sie, wenn die Berichte sauber sind.

Serverstandort, DSGVO und AV-Vertrag

Auf deiner Website fallen personenbezogene Daten an: Kontaktformulare, Server-Logs mit IP-Adressen, Bestellungen. Der Hoster verarbeitet sie in deinem Auftrag. Dafür brauchst du nach Art. 28 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, kurz AV-Vertrag. Seriöse Hoster stellen ihn im Kundenkonto bereit, du musst ihn nur abschließen und ablegen.

Ein Serverstandort in Deutschland oder der EU macht die Sache einfacher, weil keine Übermittlung in Drittländer zu prüfen ist. Deutsche Hoster gibt es viele, vom großen Massenanbieter bis zum kleinen Spezialisten mit eigenem Rechenzentrum. Für Praxen und Kanzleien mit Berufsgeheimnis gilt: keine Patienten- oder Mandantendaten über ein einfaches Kontaktformular abfragen, ohne das mit deinem Datenschutzbeauftragten zu klären.

Backups und SSL

Frag beim Hoster drei Dinge: Wie oft wird gesichert, wie lange werden Sicherungen aufbewahrt, und kannst du selbst eine einzelne Datei oder Datenbank zurückholen? Tägliche Sicherungen über mindestens zwei Wochen sind ein guter Maßstab. Hacks fallen oft erst Tage später auf.

Verlass dich trotzdem nicht nur auf den Hoster. Zieh einmal im Monat eine eigene Kopie der Website und der Datenbank und leg sie außerhalb ab. Wenn der Vertrag endet oder der Anbieter Probleme hat, ist das deine einzige Kopie.

Ein SSL-Zertifikat, erkennbar am https und am Schloss im Browser, gehört zum Standard. Die meisten Hoster stellen kostenlose Zertifikate von Let's Encrypt aus und erneuern sie automatisch. Ein bezahltes Zertifikat bringt für eine normale Firmenwebsite keinen sichtbaren Vorteil.

Support und Vertrag

  • Erreichst du den Support per Telefon, und zu welchen Zeiten? Für einen Shop zählt auch das Wochenende.
  • Spricht der Support Deutsch und kennt sich mit deinem System aus, etwa WordPress?
  • Wie lange läuft der Vertrag, und kannst du die Domain beim Wechsel ohne Hürden mitnehmen? Dafür brauchst du den Auth-Code, den der alte Hoster herausgeben muss.
  • Steigt der Preis nach dem ersten Vertragsjahr? Viele Einstiegsangebote gelten nur am Anfang.

Häufige Fragen

Brauche ich für meine Website einen schnelleren Internetanschluss?

Nein. Die Website liegt beim Hoster und wird von dort ausgeliefert. Dein Büroanschluss spielt nur eine Rolle, wenn du große Dateien zum Hoster hochlädst.

Kann ich Domain und Hosting bei verschiedenen Anbietern haben?

Ja. Die Domain zeigt per DNS-Eintrag auf den Server, wo auch immer er steht. Für kleine Firmen ist ein Anbieter für beides aber einfacher, solange die Domain auf dich registriert ist.

Muss der Server in Deutschland stehen?

Rechtlich reicht die EU in der Regel aus. Ein Standort in Deutschland ist für viele Kunden ein Vertrauenssignal, aber keine Pflicht. Den AV-Vertrag brauchst du in jedem Fall.

Was kostet gutes Webhosting ungefähr?

Shared Hosting für eine Firmenwebsite liegt meist im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Euro-Bereich im Monat. Managed Hosting und Server kosten deutlich mehr. Achte auf den Preis nach der Einstiegsphase.

Warum landen meine Mails beim Kunden im Spam?

Häufig fehlen SPF, DKIM oder DMARC, oder ein Dienst, der in deinem Namen mailt, steht nicht im SPF-Eintrag. Prüf die DNS-Einträge mit einem der kostenlosen Testwerkzeuge im Netz oder frag den Hoster.